Speicherstadt und Kontorhausviertel jetzt UNESCO Weltkulturerbe

05. Juli 2015 11:17 contrast media Aktuelles,Architektur,Geschichte,Hafencity,Hamburg-Mitte , Kommentare deaktiviert für Speicherstadt und Kontorhausviertel jetzt UNESCO Weltkulturerbe

Hamburg hat sein erstes UNESCO Weltkulturerbe. Das seit dem 28. Juni in Bonn tagende Gremium aus 21 Mitgliedsstaaten hat heut dem Antrag zugestimmt, die Speicherstadt und das Kontorhausviertel in die UNESCO-Welterbeliste aufzunehmen.

Damit hat Deutschland nun insgesamt 40 Welterbestätte.

„Es ist uns gelungen, das weltweit höchste Fachgremium von der nationalen wie auch internationalen Sonderstellung von Speicherstadt und Kontorhausviertel zu überzeugen. Die Besonderheit wird im Vergleich mit maritimen Lagerhauskomplexen und modernen Bürogebäuden des frühen 20. Jahrhunderts
in anderen Großstädten der Welt ganz besonders deutlich,“ so Bürgermeister Olaf Scholz.

Als Begründung für die Aufnahme gab die Kommission an, dass es sich bei beiden Gebäudekomplexen um „ein hervorragendes Beispiel“ von Gebäuden und Ensembles handelt, „die einen oder mehrere bedeutsame Abschnitte der Menschheits-Geschichte versinnbildlichen.“

Die zwischen 1885 bis 1927 errichtete Speicherstadt mit ihrem Verbindungsnetz aus Straßen, Kanälen und Brücken wurde auf rund 3,5 Millionen Holzpfählen gebaut, die bis zu 12 Meter tief in der Erde liegen. Sie wurde als größtes zusammenhängendes Denkmalensemble Hamburgs am 15.5.1991 unter Denkmalschutz gestellt. Im letzten Jahr feierte sie ihr 125-jähriges Jubiläum.

Mit dem im frühen 20. Jahrhundert errichteten Kontorhausviertel legte die Stadt den Grundstein für die City. Nach amerikanischem Vorbild wurde hier mit der klaasischen Trennung von Wohn- und Büro-Gebäuden die Zentrumsbildung eingeführt. Die Gebäudekomplexe stellen markante Zeugnisse des Baudirektors Fritz Schumacher dar, der das Stadtbild mit Klinkerbauten prägte.

Das Kontorhausviertel liegt südöstlich der ersten Keimzelle der Stadt, der Hammaburg am Domplatz zwischen Steinstraße, Klosterwall, Meßberg und Brandstwiete. Die Bürohauskomplexe entstandenin den  den 1920er bis 1940er Jahren, um dem Wachstum des Hafens entsprechend aus Bedarf an Büroflächen für hafenrelevante Nutzungen. Die Backsteinarchitektur entstand auf Basis eines 1914 städtebaulichen Ideenwettbewerbs nach einem Bebauunsgplan durch Fritz Schumacher

Mit der offiziellen Überreichung der UNESCO-Urkunde an die Freie und Hansestadt Hamburg ist in etwa einem Jahr zu rechnen. Damit verpflichtet sich die Stadt, zur dauerhaften Pflege und einem kontinuierlichen Austausch mit der UNESCO.


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Aktuelles, Architektur, Geschichte, Hafencity, Hamburg-Mitte
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contrast media am 5. Juli 2015 um 11:17
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