Synthesizer-Pioniere bei Elektronauten Festival in der Elbphilharmonie

14. März 2018 10:01 Beate Eckert-Kraft Aktuelles,Musik,Veranstaltungen , , , Kommentare deaktiviert für Synthesizer-Pioniere bei Elektronauten Festival in der Elbphilharmonie

Vintage Synthesizer

Festival der Klangsynthese von den Anfängen bis zur Gegenwart

Mit Manuel Göttsching, Shags Chamberlain und Martyn Ware kommen vom 15. bis 17. Juni 2018 drei Pioniere der Synthesizer-Musik in die Elbphilharmonie. Das dreitägige Elektronauten Festival legt seinen Fokus vor allem auf vintage Synthesizer, die zur Klangsynthese mit echt analogen Bauteilen arbeiten. Aber auch moderne digitale Technologien kommen zum Einsatz. Ein Rahmenprogramm mit Workshops und Podiumsgesprächen wirft auch einen Blick auf die technischen Möglichkeiten der Gegenwart.

Kleiner Überblick über die Geschichte von Synthesizern

Der Synthesizer blieb zu Beginn seiner Entwicklung vielen Musikern verschlossen. Das Trautonium, ein Vorläufer des Synthesizers, kam in Alfred Hitchcocks Die Vögel zur Erzeugung der Vogelgeräusche zum Einsatz. Erst einige Pioniere, die sich mit den komplexen Möglichkeiten der Klangerzeugung beschäftigten, nutzten ihn als Musikinstrument. In der Anfangszeit war das physikalische Gerät nicht mit einer Tastatur verbunden. Es wurden ndere Controller zur Eingabe verwendet.

Der 1964 erschienene Moog bildete einen Meilenstein in der Synthesizer-Geschichte. Er war der erste modulare Synthesizer, der die Bauteile zur Klangsynthese mit einer Tastatur koppelte. Die Kombination aus Oszillatoren zur Klangerzeugung, Filtern und Hüllkurven-Generatoren zur Klang-Gestaltung prägten die frühe Phase der analogen elektronischen Musik. Einige der Komponenten der „Subtraktiven Synthese“ sind auch noch wesentlicher Bestandteil zeitgenössischer Synthese-Techniken, die auf digitaler Basis arbeiten.

Das Elektronauten Programm

Den Auftakt des Elektronauten Festivals setz am 15. Juni 2018 der Gitarrist und Keyboarder Manuel Göttsching. Mit seinem Album-Klasiker E2-E4 schrieb er mit einem abwechslungsreichen Mix aus warmen Synthesizer-Klängen zwischen Ambient, Minimal Music à la Steve Reich und einer Dosis Latin Pop-Geschichte. Das 1981 komponierte Album erschien erst 1984 und avancierte überraschend zu einem Dancefloor-Klassiker in Trendsetter-Diskotheken. Anschließend lässt der Mitbegründer der Band Ash Ra Tempel zusammen mit seinem 1970 gegründeten Trio den Spirit der Synthesizer-Pioniere wieder aufleben.

Die Chinesische Performance Künstlerin Pan Daijing bestreitet am Eröffnungsabend die Late Night. In ihrer audiovisuellen Show Fist Piece verbindet sie Tanz, Bilder und Musik.

Gemeinsam mit der Band The Human League hatte Martyn Ware zu Beginn der 1980er Jahre mit dem Dance-Floor-Klassiker Don’t You Want Me den ersten und einzigen Nr.1 Hit. Danach hob er mit seinem Mitstreiter Ian Craig Marsh Heaven 17 aus der Taufe und arbeitete als erfolgreicher Pop-Produzent für Tina Turner, Terence Trent d’Arby und Erasure. Zudem machte er sich als Filmmusik-Komponist einen Namen. 

Mit dem Duo Emptyset machen James Ginzburg und Paul Purgas mit ihrer Performance und Installationskunst Schallwellen fühlbar.

Am letzten Festival-Tag gibt es die seltene Gelegenheit, die Klangtüftler des Radiophonic Workshop live auf der Bühne zu erleben. Mit Morton Subotnick, Alec Empire und Lillevan Generationen von Avantgardisten des vor 60 Jahren für die BBC gegründeten Projektes aufeinander. Der Radiophonic Workshop schuf von 1958 bis 1998 Klangwelten für futuristische Rundfunk- und Fernsehsendungen. 

Unter dem Titel At the Heart of Synthesizers60 Years of Electronic Music kommen im Rahmen eines Podiumsgesprächs einige der am Festival beteiligte Musiker zu einem Gedankenaustausch zusammen.

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Beate Eckert-Kraft am 14. März 2018 um 10:01
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