Hamburg bereit für Brexit

25. Dezember 2020 10:25 contrast media Aktuelles,Geschichte ,

Flagge Großbritannien

Einigung der Verhandlungen schafft Klarheit über künftige Beziehungen

Am 31. Dezember 2020 endet der von der EU und Großbritannien im Austrittsabkommen für den Brexit vereinbarte Übergangszeitraum. Die Auswirkungen betreffen auch die rund 3100 in Hamburg lebenden Briten. Aufgrund der monatelang anhaltenden Unsicherheit über den Ausgang der Verhandlungen hatte sich der Hamburger Senat auf unterschiedliche Szenarien vorbereitet. Mit der vorläufigen Einigung im Rahmen des Brexit-Abkommens herrscht nun etwas mehr Klarheit.

Eine Brexit-Koordinierungsgruppe mit Vertretern aller Fachbehörden hat in den vergangenen Monaten die erforderlichen legislativen, administrativen und organisatorischen Vorkehrungen für das Ausscheiden des Vereinigten Königreichs im Hinblick auf unterschiedliche Szenarien auf den Weg gebracht, so dass sie möglichst ab dem 1. Januar 2021 umgesetzt werden können.

Rund 1000 Hamburger Firmen direkt vom Brexit betroffen

Neben den 3100 in Hamburg lebenden Briten haben sich seit dem Referendum 1500 britische Staatsbürgerinnen und Staatsbürger einbürgern lassen. 330 weitere Personen haben einen Einbürgerungsantrag gestellt. 117 Britinnen und Briten studieren derzeit im Rahmen des Ersamus+ Programms in Hamburg. Rund 1000 Firmen in der Hansestadt sind am Wirtschaftsverkehr mit Großbritannien beteiligt. Davon sind 160 Unternehmen mit einer Niederlassung dauerhaft vor Ort vertreten.

das rund 1300 Seiten umfassende Vertragswerk wird noch ausfürhrlich gprüft, sodass noch Änderungen im Detail möglich sind

Hamburgs Erster Bürgermeister Dr. Peter Tschentscher begrüßt die Einigung: “Nach vielen Monaten der Ungewissheit herrscht nun Klarheit, auf welcher Grundlage wir unsere künftigen Beziehungen zum Vereinigten Königreich gestalten können. Ich bin zuversichtlich, dass Hamburg den Brexit ohne größere Verwerfungen überstehen wird. Unsere Stadt und unsere Unternehmen sind auf das Ende des Übergangszeitraums vorbereitet. In Hamburg haben wir uns den Brexit nicht gewünscht, aber wir respektieren die Entscheidung. Mit dem Brexit werden gewachsene Verbindungen in Wirtschaft, Wissenschaft, Forschung und Kultur in vielen Bereichen erschwert. Mit dem jetzigen Abkommen müssen wir gegenüber Großbritannien aber nicht dieselben Regeln anwenden wie für entfernte Drittstaaten. Das ist für unsere Stadt ein Vorteil.”

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