Sanierungsstart des historischen Leuchtturms auf Neuwerk
22 Mio Euro für Sanierung des ältesten Gebäudes Hamburgs
Rund 15 Kilometer nordwestlich vor Cuxhaven, mitten im UNESCO Weltnaturerbe Wattenmeer liegt die rund 3,3 Quadratkilometer große Insel Neuwerk. Sie gehört ebenso wie die benachbarten Vogelschutzinseln Scharhörn und Nigehörn um Stadtgebiet der Hansstadt Hamburg. Um sie zu erreichen, müssen Besucher die Gezeiten beachten. So ist die Insel bei Ebbe mit Kutschen und Wattwagen erreichbar, bei Flut gibt es einen Fährbetrieb nach Cuxhaven. Das markante Wahrzeichen der Insel ist der 1310 fertiggestellte Leuchtturm. Mit seinen direkten Lage in der Elbmündung nutzte die Hanse das Bauwerk als Wehrturm. Es ist der älteste Profanbau Hamburgs und der ältester Leuchtturm an der deutschen Nordseeküste und wird nun für rund 22 Mio. Euro umfassend saniert.



Turm soll wieder Hotel- und Gastronomiebetrieb werden
Zum Sanierungsstart sind auch Finanzsenator Dr. Andreas Dressel, der Direktor des Archäologischen Museums Prof. Dr. Rainer-Maria Weiss und Prof. Claus Anderhalten von den Anderhalten Architekten mit der Kutsche angereist. Nach einer mehrjährigen Planungsphase beginnen nun die Bauarbeiten. Dafür ist der Turm bereits rundum mit einem Gerüst versehen und die benötigten Materialien und Maschinen wurden sowohl über das Watt als auch per Schiff auf die Insel transportiert. Die Sanierung soll die historischen und denkmalgerechten Eigenheiten des Turms berücksichtigen. Die Arbeiten sollen im Jahr 2028 abgeschlossen sein.
Dabei soll der Turm in Zukunft wieder als Hotel- und Gastronomiebetrieb nutzbar sein. Zudem sollen hier nach Fertigstellung als Außenstandort des Bezirks Mitte auch wieder Trauungen möglich sein.
Archäologische Grabungen Begleiten Baumaßnahmen
Im Zuge der Bauarbeiten werden auch erstmals auf der Insel viermonatige archäologische Grabungen durchgeführt. Dafür ist das Archäologische Museum in Harburg zuständig. Ziel dieser Ausgrabungen ist es, neue Erkenntnisse zur Entstehung und Entwicklung der mittelalterlichen Turmwurt sowie der Turmgründung zu gewinnen. Dabei steht besonders die als eingetragenes Bodendenkmal besonderen Schutz genießende Turmwurt im Fokus.



Pächter für Hotels gesucht
Parallel zu den Bauarbeiten am Turm plant die Stadt, auch ein Wohnungsbauprojekt mit 12 Wohneinheiten auf der Insel voranzubringen. Dazu möchte Hamburg die beiden Hotels Nige Hus und Das alte Fischerhaus erwerben und als Unterkunft verpachten. Daher werden derzeit neue Pächterinnen oder Pächter gesucht. Interessierte sich bei der Stadt melden. Mit den Maßnahmen soll die Insel auch wieder attraktiver für Besucher werden.
Kultursenator Dr. Carsten Brosda hebt die historische Bedeutung für die Stadt Hamburg hervor: „Der Leuchtturm Neuwerk erzählt seit mehr als 700 Jahren von der Geschichte Hamburgs, von Handel, Schifffahrt und dem Leben an der Elbe. Als eines der ältesten Gebäude Hamburgs ist er ein bedeutendes Kulturdenkmal und ein prägendes Wahrzeichen im Wattenmeer. Mit den archäologischen Untersuchungen und der denkmalgerechten Instandsetzung bewahren wir diesen besonderen Ort und machen seine Geschichte auch für kommende Generationen erlebbar.“
Foto, Video und Musik: ©Beate Eckert-Kraft – www.contrastmedia.de
