Street Art Wandbild am Gruenspan wird erweitert
Werner Nöfer und Dieter Glasmacher mit neuem Entwurf nach 56 Jahren
Im Zuge der Aufbruchstimmung der 1960er Jahre entwarfen die Künstler Werner Nöfer und Dieter Glasmacher 1969 die ikonische Grafik an der Außenfassade des Musikclubs Gruenspan. Unter dem Motto Kunst für alle gab es das bestreben, Kunst im öffentlichen Raum zu etablieren. Mit dem 500 Quadratmeter großen Wandbild schufen Nöfer und Glasmacher eines der größten Street Art Objekte Europas. Der Stilmix aus geometrisch abstrakten Formen Werner Nöfers mit den verspielten figürlichen Motiven Dieter Glasmachers gilt als das erste Pop-Art-Wandbild Europas. Der originale Entwurf des Wandbildes wird in der Hamburger Kunsthalle verwahrt. Im Zuge der denkmalgerechten Sanierung des Gebäudes an der Großen Freiheit soll das Gemälde erweitert werden.


Um die Statik des Gebäudes zu verbessern, wird eine neue Fassade vor die bestehende Außenhülle gesetzt, an der sich das Wandbild befindet. Durch einen Anbau für Technik- und Logistikflächen an der Südfassade vergrößert sich die Fläche für die Grafik um 180 Quadratmeter. Das ursprüngliche Wandbild wird dann in einer erweiterten Version auf die neue fassade aufgetragen. Für die Erweiterung haben die inzwischen über 80-jährigen Künstler Werner Nöfer und Dieter Glasmacher zusammengefunden und einen neuen Entwurf für die Fläche geschaffen, der die Ausdruckskraft des bestehenden Objektes verstärken soll. Damit ist eine zeitgemäße Fortführung des historischen Kunstwerks möglich. Die mit de Umsetzung betraute städtische Sprinkenhof GmbH hat die künstlerisch gestalteten Fassadenflächen bewusst in die Planungen einbezogen.

Prof. Dieter Glasmacher und Prof. Werner Nöfer: „Unsere Wandbilder auf den großen Außenfassaden des Gruenspan standen 1969 ganz im Zeichen des Aufbruchs zu mehr Freiheit und Demokratie. ‚Kunst für alle‘ war unsere Forderung. Es hat uns sehr viel Freude bereitet, diese Arbeit In der heute geänderten Zeit fortsetzen und das große Wandbild mit einer aktuellen bildnerischen Gestaltung ergänzen zu dürfen.“
Fotos: © Beate Eckert-Kraft – www.imajix.de
