The 27 Club mit gefeiertem Comeback

22. Juni 2026 14:45 contrast media Aktuelles,Ausgehen,Event-Klassiker,Events,Musik,Veranstaltungen , ,

The 27 Club St. Pauli Theater

Rasante Show startet mit Standing Ovations im St. Pauli Theater

Sie waren jung und wild und Ikonen der Musikgeschichte. Ihr exzessives leben bezahlten sie mit dem frühen Tod mit 27 Jahren. Damit gehören Robert Johnson, Brian Jones, Jimi Hendrix, Janis Joplin, Jim Morrison, Curt Cobain und Amy Winehouse zum legendären 27 Club. Die Ausnahmemusiker hatten sich mit Leib und Seele der Philosophie „live fast, love hard, die young“ verschrieben, Die Show The 27 Club die bis Anfang August im St. Pauli Theater ein Comeback feiert, ist der Soundtrack vor allem der in den Jahren von 1970 bis 2011 verstorbenen Musik Legenden. Bei der gefeierten Premiere hielt es generationenübergreifend niemanden mehr auf den Sitzen.

Robert Johnson

Die Show beginnt mit Robert Johnson (1911-1938). Der als Robert Leroy Dodds in Hazlehurst aufgewachsene Gitarrist prägte die Entwicklung des Blues maßgeblich. Das Missisipi Delta gilt als die Wiege des Blues. Aufgrund seines Einflusses auf die Musik wird Johnson auch als King of the Delta Blues bezeichnet. Legenden wie Muddy Waters und Elmore James orientierten sich an seinem modernen Blues Style. Viele andere Musiker nahmen Stücke von ihm auf. Nicht immer gaben sie Robert Johnson als Autor an, sondern bezeichneten die Songs schlicht als „Traditional“. Mit einem selbst gebauten Ständer für die Mundharmonika verband er als erster das für die Stilistk charakteristische Blues Harp Spiel mit der Gitarre. Über seinen Tod im Jahr 1938 gibt es einige Spekulationen. Die eigentliche Ursache und auch die Lage seines Grabes ist nicht bekannt. 1980 wurde Robert Johnson in die Blues Hall of Fame aufgenommen.

Brian Jones

Lewis Brian Hopkin Jones (1942-1969) Prägte mit ikonischen Riffs und seinem eigenwilligen Gitarrenstil die Musik der Rolling Stones entscheidend mit. Brian Jones erlernte mit seiner Mutter, einer Klavierlehrererin frü Klavier, Saxophon und Klarinette. Zum 17. Geburtstag erhielt er seine erste Gitarre. Als seine Eltern den rebellischen Sohn für eine Weile ins ausland schickten, entdeckte Jones seine Leidenschaft für den Blues. Zurück in London lernte er 1961 Alexis Korner kennen und entdeckte seine Leidenchaft für die Bottleneck-Gitarre von Elmore James. Bei der Technik wird in der Regel die Gitarre auf einen Akkord gestimmt und die Seiten mit einem am Ringfinger befestigten Metallring am Hals heruntergedrückt.

Bei der Zusammenarbeit mit Alexis Korner lernte Brian Jones Mick Jagger und Keith Richards kennen, mit denen er 1962 die Rolling Stones gründete. Mit ihnen trat Jones zunächst als Gitarrist in Erscheinung. Später aber nutze die Band seine Fähigkeiten als Multi-Instrumentalist. Seine Ideen prägten Songs wie Paint it Black, Satisfaction oder Honky Tonk Woman. Sein exzessives Leben mit Alkohol und Drogen wie LSD führten zu mehreren Krankenhaus-Aufenthalten, wegen denen er Konzerte absagen musste. Sein Lebensstil und seine Allüren entfremdeten ihn zunehmend von Mick Jagger und Keith Richards. Bei seinen letzten Konzerten übernahm Jones zeitweise die Rolle des Percussionisten, bevor sich die Band von ihm trennte.

Am 2. Juli 1969 wurde Brian Jones in seinem Pool auf dem Boden liegend tot aufgefunden. Reanimierungsversuche scheiterten. Als Todesursache wurde Ertrinken angegeben. Auch hier gibt es Spekulationen, dass der Tod durch Übergriffe vom Bauunternehmer Frank Thorogood herbeigeführt wurde, dem Brian Jones Geld schuldete.

Jimi Hendrix

James Marshall „Jimi“ Hendrix (1942- 1970) wurde in Seattle geboren. Bilder, wie er seine Gitarre auf der Bühne verbrennt oder mit den Zähnen Gitarre spielt, sind heute noch weithin bekannt. Leider wird weniger von seinen innovativen, experimentellen Techniken auf der Gitarre gesprochen, die zu seiner Lebzeit häufig noch als „Lärm“ abgetan wurden. Mit seiner Orchestralen Gitarre hat er maßgeblichen Einfluss auf die Rockmusik der späteren Generationen genommen. Kaum ein Gitarrist, der nicht auch den Song Little Wing in sin Repertoire aufgenommen hat. Er vereint virtuoses Solo-Gitarrenspiel mit seiner einzigartigen Stimme. Seinen Durchbruch hatte er 1967 auf dem Monterey Pop Festival, wo auch Janis Joplin mit einem eigenen Set aufgetreten war. Seine sounddesignerischen Fähigkeiten auf der Fender Stratocaster präsentierte Hendrix 1969 beim beim Woodstock-Festival, wo er mit The Star-Spangled Banner als Kritik am Vietnam-Krieg die Nationalhymne der USA in einer ganz eigenen Version vorbrachte: Dabei wechseln melodisch verzerrte Phasen mit kreischenden Sounds und beängstigenden Geräuschen, die an Bomben und Raketen erinnern. Es war wohl neben John Lennons Imagine die mächtigste politische Botschaft der Musikgeschichte.

Jimi Hendrix verstarb im September 1971 im Alter von 27 Jahren in London an einer hohen Dosis Schlaftabletten in Kombination mit Alkohol.. Er war bewusstlos ins St Mary Abbot’s Hospital eingeliefert worden und erstickte an seinem Erbrochenen. Noch heute ranken sich viele Spekulationen um seinen Tod.

Janis Joplin

Janis Lyn Joplin (1943-1970) gilt mit ihrer einprägsamen, kraftvollen Stimme als der erster weiblicher Rockstar. Mit Songs wie Bobby Mc Ghee, Mercedes Benz oder Peace of My Heart schrieb die in Texas geborene US Amerikanerin Musikgeschichte. Ihre ikonische Rock-Version von Summertime kommt leider in der Show nicht zum Tragen. Ansonsten tolle Songs. Ein kleiner Wermutstropfen: Bei Mercedes Benz sollte man mit dem Publikum noch besser das Klatschen im OffBeat üben, das den A-capella Song maßgeblich prägt..

Sie interessierte sich schon in der frühen Kindheit für Kunst. Nachdem sie während ihrer Schulzeit gemobbt wurde verschrieb sie sich der Musik. Ihre Wurzeln liegen im Folk und Blues. In Los Angeles zog sie mit dem Jefferson Airplane Gitarristen  Jorma Kaukonen durch die Clubs. Mit ihren Vorbildern wie Bessie Smith wurde Janis Joplin als erste weiße Bluessängerin und Queen des Bluesrock bekannt. Mit der Band Big Brother and the Holding Company erlebte sie 1967 auf dem Monterey Pop Festival ihren Durchbruch. Bereits auf ihrem 1968 veröffentlichten zweiten Album waren einige ihrer Hits zu finden.

Bei Joplins Auftritt mit der Kozmic Blues Band auf dem Woodstock Festival war sie stark alkoholisiert. So wurden die Aufnahmen teilweise aus dem Film entfernt und erst posthum wieder aufgenommen. Anfang 1970 versuchte sie von ihrer Alkohol- und Heroinsucht wieder herunterzukommen und reiste zum Karneval nach Rio. Nach ihrer Rückkehr nach Kalifornien nahm sie die Zusammenarbeit mit der Full Tilt Boogie Band auf. Das Album Pearl enthält mit Cry Baby, Me and Bobby Mc Ghee, My Baby und Mercedes Benz einige ihrer schönsten Songs. Es erschien erst 1971, drei Monate nach ihrem Tod. Sie starb am 3. Oktober 1970 an einer Überdosis Heroin im Hotel. Sie hatte gerade im Sunset Sound Recorders Studio in Hollywood an Aufnahmen für einen Song zum 30. Geburtstag von John Lennon teilgenommen.

Jim Morrison

James Douglas „Jim“ Morrison (1943-1971) war der Lyriker unter den Rock-Legenden. Mit seiner Band The Doors etablierte der Musiker die Rockmusik um vielschichtige Arrangements und Formen, die zum Rock-Theater führten. Fast standardmäßig fügte Morrison poetische Rezitationen in die Konzerte der Doors ein. Er prägte als Symbolfigur die Hippiekultur maßgeblich. Auch sein Leben war geprägt durch exzessive, teils selbstzerstörerische Züge. Morrison brachte seine Gedankenwelt und die Konflikte in seine poetischen Texte ein. Sein Studium für Film- und Theaterwissenschaften dokumentierts sein Interesse die verschiedenen Kunstformen zusammenzubringen. Nachdem seine Eltern die beruflichen Ambitionen Morrisons nicht unterstützen, brach er den Kontakt ab.

Die Band The Doors entstand aus einer Zusammenarbeit mit dem Organisten Ray Manzarek. Der Name ist an das Essay von Aldous Huxley The Doors of Perception angelehnt, das auch die Auswirkung von Halluzinogenen auf das menschliche Bewusstsein beschreibt. In seinen ersten Auftritten war Jim Morrison noch sehr in sich gekehrt und drehte dem Publikum den Rücken zu. Das änderte sich als Frontman n der Doors schnell. Dort wurde er sogar für seine extrovertierten Auftritte bekannt Dazu soll auch das Vorbild von Van Morrison beigetragen haben. .Jim Morrison sah das Experimentieren mit Amphetaminen als Teil seiner kreativen Arbeit. In seine Musik flossen zunehmend psychodelische Elemente ein. Einer der ersten Hits der Band wurde Light My Fire. Mit zunehmendem Erfolg schuf sich Moriison einen eigenen Mythos, dessen Druck er sich immer schwerer entziehen konnte.

Nachdem es bei Konzerten zunehmend zu Tumulten kam, kam Jim Morrison selbst als Gallionsfigur einer Jugendrevolte mit der Staatsgewalt in Konflikt. 1968 zeigten die Doors in Boston erstmals den Kurzfilm zu ihrem Vietnamkriegssong The Unknown Soldier. Mit dem Umzug nach Paris wollte der Musiker seinem selbst geschaffenen Mythos entfliehen und eigentlich nur noch Gedichte schreiben. Hier klagte er zunehmend über Atembeschwerden. Als Asthma-Medikamente nicht halfen, schnupfte er gemeinsam mit seiner Freundin Courson Heroin, dem auch eine hustenstillende Wirkung nachgesagt wurde. Am  3. Juli 1971 verstarb Jim Morrison an einem Herzstillstand. Die genauen Todesumstände sind jedoch nicht bekannt.

Kurt Cobain

Kurt Donald Cobain (1967-1994) wurde als Sänger und Gitarrist der Band Nirvana bekannt. Mit der etwas düsteren Musik und den Texten, vor allem mit dem Hit Smells Like Teen Spirit traf er den Ton der damaligen Jugendkultur. Durch den Suizid von zwei seiner Onkel war Cobain schon früh mit dem Tod konfrontiert worden. Einer der Onkel hatte ihm zu seinem 14. Geburtstag eine Gitarre geschenkt. Mit seinem Jugendfreund Buzz Osborne machte er die ersten musikalischen Schritte in Richtung Indie und Punk. 1987 ging die Band Nirvana aus vorherigen Band-Kooperationen hervor. Seine Frau Courtney Love lernte Cobain auf einer Nirvana-Tour kennen. Auch er ersetzte Medikamente gegen chronische Magenschmerzen durch andere Drogen, vor allem Heroin. Mehrere therapeutische Versuche gegen seine Drogensucht schlugen fehl, Zusätzlich wurde bei ihm eine bipolare Störung diagnostiziert.

Im März 1994, rund 14 Monate nach der Geburt seiner Tochter Frances Bean, wurde er wegen der Einnahme von Beruhigungsmitteln in Krankenhaus eingeliefert. Der These, einen Suizidversuch unternommen zu haben, wiedersprach er. Vier Tage nach einem weiteren Drogen-Entzug wurde er seinem Haus in Seattle tot aufgefunden. Ein ihm zugeschriebener Abschiedsbrief mit der Zeile “It’s better to burn out than to fade away.” aus Neil Young!s Song Hey, Hey, Hey unterlegte die These zur offiziellen Todesursache durch Suizid.

Amy Winehouse

Die britische Soulsängerin Amy Jade Winehouse (1983-2011) ist die letzte Legende aus dem 27 Club. Mit dem Album Album Back to Black feierte die Sängerin ihren Durchbruch. Innerhalb ihrer acht Jahre währenden Karriere verkaufte sie mehr als 33 Millionen Tonträger und erhielt sechs Grammy Awards. Amy kam schon in ihrer Kindheit über die Plattensammlung ihres Vaters mit dem Jazz in Berührung. Nachdem sie nach fünf Schulwechseln ihren Abschluss schaffte, studierte sie an der Londoner BRIT School Musiktheater. Aber auch das brach sie nach einem Jahr ab. Schon in den Anfängen ihrer Karriere hatte Amy Winehouse mit psychischen Störungen, sowie Alkohol-und Drogenmissbrauch zu kämpfen.

Ihre persönlichen Konflikte verarbeitete sie kreativ in Songs wie Back to Black oder Rehab. Ihr Ex-Mann Blake Fielder-Civil hatte sie an harte Drogen herangeführt. Nach der Trennung gelang ihr eine erneute Entziehung von illegalen Drogen, aber ihre Abhängigkeit vom Alkohol wurde umso schlimmer, Zudem wies sie selbstverletzende Verhaltensweisen auf. Am  23. Juli 2011 wurde sie nach einer Alkoholvergiftung mit 4,16 Promille im Blut tot aufgefunden.

Fotosund Video: © Beate Eckert-Kraft – www.imajix.de

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