Behelfsbrücke soll Freihafen Elbbrückefür 10 Jahre ersetzen

23. September 2026 07:18 contrast media Events

Freihafen Elbbrücke

Beschädigte Elbbrücke voraussichtlich bis 2038 gesperrt

Die Brücken über die Elbe bilden neben dem Elbtunnel die verkehrstechnische Hauptschlagader im Hamburger Hafen. Jede Störung führt auch zu Einschränkungen der Hafenlogistik und damit zu wirtschaftlichen Belastungen. Daher besteht beim Betrieb der Verkehrsadern im Hafen auch immer die Notwendigkeit für ein besonderes Augenmerk auf die Wartung der Brücken sowie eine langfristige Streckenplanung. Nachdem ein Schiffsunfall im Oktober 2025 die Freihafen Elbbrücke schwer geschädigt hat, der die langfristige Nutzung der Brücke über 2028 hinaus ausschließt, plant der Senat den Bau einer Behelfsbrücke westlich der Neuen Elbbrücken.

Nach dem Schiffsunfall sind bereits Straße, Fuß- und Radwege, sowie die mittlere Durchfahrt für Schiffe, für den Verkehr gesperrt. Untersuchungen der Hamburg Port Authority (HPA) hatten ergeben, dass die Brücke nicht vor Ort repariert werden kann. Die Wiederaufnahme des Betriebs ist voraussichtlich vor 2038 nicht möglich. Die neue Behelfsbrücke soll in Zukunft für etwa zehn Jahre im Wesentlichen den Verkehr. über die Elbe abwickeln. Zudem dient sie als zentraler Baustein dem Bau der S-Bahnlinie S6.

Flexible Anpassung durch modularen Aufbau der Behelfsbrücke

Der modulare Aufbau der Brücke ermöglicht eine flexible Anpassung an die örtlichen Gegebenheiten während der verschiedenen Bauphasen. Der Bau der Behelfsbrücke soll zwölf bis 15 Monate dauern. Die Kosten betragen rund 134 Mio. Euro. Die Kosten für die Sanierung der Neuen Elbbrücke werden im Verlauf der Arbeiten detailliert ermittelt. 100 Mio. Euro kommen aus Mitteln des Bundes. Das Länder- und Kommunalinfrastrukturfinanzierungsgesetzes (LuKIFG) unterstützt gezielt Investitionen in die kommunale Infrastruktur.

Neue linie S6 als zusätzliche Entlastung des Verkehrs über die Elbe

Als zusätzliche Entlastung soll bis Ende 2029 die neue S-Bahnlinie S6 den Verkehr von Harburg über den Hauptbahnhof bis zur Elbgaustraße aufnehmen. Bis zu drei Züge in zehn Minuten können dann maximal 6.000 Fahrgäste pro Stunde auf dieser Strecke transportieren. Dafür ist eine Modernisierung und Erweiterung der Strecke vorgesehen.

Finanzsenator Dr. Andreas Dressel setzt dabei auf Bundesmittel aus dem Sondervermögen Infrastruktur und Klimaneutralität: „Das Vorhaben mit seiner unmittelbaren Bedeutung für Hamburgs Hafen, Logistik und Wirtschaft sowie Verkehr und Erreichbarkeit passt perfekt zum Anforderungsprofil der uns zur Verfügung stehenden Bundesmittel aus dem Sondervermögen Infrastruktur und Klimaneutralität des Bundes. Diese Mittel verstärken noch einmal unseren ohnehin enorm starken Investitionshochlauf mit jährlich rund drei Mrd. Euro bis 2030. Gleichzeitig haben wir die Sorge, dass der Bund sich nicht auf eine Reform der Schuldenbremse einigen kann, was aktuell in der entsprechenden Reformkommission verhandelt wird. Sollte es keine verstetigte Investitionsregel für Bund, Länder und Gemeinden geben, wird es ab Anfang der 30er Jahre eine gefährliche Abbruchkante bei den Investitionen im Land geben. Das kann eigentlich niemand wollen.“

Fotos: © Beate Eckert-Kraft – www.imajix.de

Related Images:

Eventkalender