WATER_CITY WHERE NEXT? Experten diskutieren Zukunft urbaner Wasserlagen
Konferenz betrachtet verschiedene Perspektiven zur Schnittstelle zwischen Stadt und Wasser
Wasser hatte für den Menschen immer eine herausragende Bedeutung. Nicht umsonst siedelten sich Menschen schon in der frühen Geschichte der Menschheit an Wasserstraßen an. Sie boten Vorteile für Handel und waren zur Nutzung als Schutzwall, als Trinkwasser, zur Bewässerung von Feldern sowie für den Fischfang elementar. So wuchsen am Wasser liegende Siedlungen schon in der Frühzeit zu bedeutenden Handelszentren heran. Gerade in Hamburg prägen Hafen, die Flüsse, Fleete und Kanäle maßgeblich das Stadtbild. In Zeiten des Klimawandels wird auch der Zugang zu Wasser eine immer größere Bedeutung einnehmen. Um die vielschichtige Bedeutung von Wasser für die Stadtentwicklung aufzuzeigen, treffen sich am 28. und 29. September im Rahmen der Konferenz WATER_CITY WHERE NEXT? in der Gleishalle am Hamburger Oberhafen Expertinnen und Experten, um über die Gestaltung urbaner Wasserlagen zu diskutieren. Hamburgs Erster Bürgermeister Dr. Peter Tschentscher hat die Konferenz gemeinsam mit der Mailänder Architektin und Stadtplanerin Prof. Paola Viganò eröffnet.


Dabei steht die Schnittstelle zwischen Stadt und Wasser im Wesentlichen unter drei verschiedene Perspektiven im Fokus. Projektbeispiele aus Kopenhagen, Rotterdam, New York und Chicago sollen als Großmaßstäblichen Transformationen belegen, wie Wasser gesamtstädtische Visionen prägt. Bei den Panels zu Hamburg, Berlin, London und Wien stehen die Wasserlagen als soziale Orte in der Stadt im Fokus. Projekte aus Utrecht, Hamburg, Bremen und Köln sollen aufzeigen, wie politische, finanzielle und rechtliche Rahmenbedingungen auf die Bedeutung des Wassers in der Stadtentwicklung einwirken. Ein abschließendes Gespräch zwischen Kees Christiaanse (Büro KCAP, Amsterdam), Klaus Overmeyer (Büro urban catalyst, Berlin) und Hamburgs Oberbaudirektor Franz-Josef Höing soll dann Perspektiven für die sind die Wasserlagen von morgen aufzeigen.
Franz-Josef Höing hebt die Bedeutung der Konferenz für ein gestalterisches Leitbild hervor: „Wasserlagen sind Transmissionsriemen für die Stadtentwicklung. Wie wollen wir unsere Städte in Zeiten des Klimawandels zukunftsfähig gestalten, wie sehen die Wasserzugänge von morgen aus? Darüber wollen wir mit internationalen Gästen aus 21 Städten, darunter Chicago, New York, Kopenhagen, Amsterdam und vielen weiteren WATER_CITIES diskutieren, um voneinander zu lernen und gemeinsam neue Wege zu denken. Die Ergebnisse sollen in Hamburgs neues räumliches Leitbild einfließen. Dabei geht es um die Frage, wie sich Hamburg mit seiner eigenen gestalterischen Logik weiterentwickeln und trotzdem treu bleiben kann.“
Für Prof. Paola Viganò stehen die gestalterischen Ansätze im Fokus: „Städte wie Hamburg sind Gewässer, ein „Wasserlabor“, in dem der soziale, klimatische und ökologische Wandel gestaltet werden kann. Wasser treibt die Neuordnung von Gebieten voran. Dies ist besonders wichtig an Uferpromenaden, wo die Anhäufung von Risiken, die wirtschaftliche Attraktivität und der Bedarf an öffentlicher Zugänglichkeit komplexe und oft widersprüchliche Fragestellungen prägen. Die Gestaltung von Wasser- und Uferpromenaden kann als Bindeglied zwischen komplexen Koalitionen von Akteuren, Disziplinen und Denkweisen fungieren.“
Fotos: © Beate Eckert-Kraft – www.imajix.de
