Finale beim Tennis am Rothenbaum

22. Juli 2013 21:29 Mario Kraft Aktuelles,Tennis,Veranstaltungen ,

Tennis Finale 2013Es ist soweit. Der Sieger der „bet-at-home-Open“ 2013 am Hamburger Rothenbaum steht fest. Der anfangs an Platz zwölf gesetzte Italiener Fabio Fognini konnte den Qualifikanten und Federer-Bezwinger Federico del Bonis niederringen. Das Endergebnis gibt das Drama, welches sich auf dem Platz ereignete recht gut wieder.

 

 

 

Eingeleitet wurde das Finale mit einer Eröffningsfeier, bei der mit einem tollen Gesangs-Duett zur Sport-Hymne “One Moment In Time” von Stimmenwunder Whitney Houston überzeugt wurde.

Dann begann das Spiel. Zu Beginn des Matches schien es nicht der beste Tag Fogninis zu sein. Im ersten Satz beim Stand von 2:2 lies er bereits das erste Mal seinen Schläger in die rote Asche des ausverkauften Center Courts fallen. Am Ende von Satz eins hatte er bereits vier Mal das Racket ausgetauscht. Es half nichts – der italienische Tennisprofi verlor 4:6.

Auch der zweite Satz ging nicht viel besser los. In seiner Frustration hatte Fognini mit seinem Schläger in die Bande hinter sich geschlagen und kassierte dafür eine Verwarnung vom französischen Schiedsrichter. Danach beschwerte er sich beim ATP-Supervisor, der in der Loge platz genommen hatte. Für die Diskussionen erntete er Pfiffe vom Publikum, während auf der anderen Platzseite der argentinische Gegner in der prallen Sonne schmorte. Doch auch die 30°C konnten Federico del Bonis nicht aus dem Konzept bringen und als der Konflikt des Italieners gelöst schien holte sich del Bonis gleich drei Spiele in Folge – 1:4.

Aber Fognini wollte sich nicht ausgepfiffen und in zwei Sätzen vom Platz fegen lassen. Er kämpfte sich wieder voran bis es dann 4:4 stand. Das Publikum hatte inzwischen ihren Favoriten gefunden. Es ging in den Tiebreak und es gab noch drei Matchbälle für den argentinischen Qualifikanten. Alle Unterstützung den Publikums half ihm jedoch nicht, den Sack zuzumachen. Mit 10:8 holte sich Fognini den Tiebreak – 4:6; 7:6. Im dritten Satz schien es dann wie eine Selbstverständlichkeit, dass der italienische Top-20-Spieler den längeren Atem haben würde. Federico del Bonis verlor den dritten und letzten Satz mit 6:2. Ein spannendes Finale ging zu Ende.

Bei der Siegerehrung waren dann aber beide Tennisprofis stolz, dem Publikum eine Trophäe präsentieren zu können. Turnierdirektor und selbst ehemaliger Rothembaum-Gewinner Michael Stich überreichte die Pokale, die im Design an Schiffsschrauben angelehnt sind. Unterstützt wurde er dabei von den jeweils Vorsitzenden der „Hamburg sports & entertainment GmbH“, Veranstalter des Tenniswoche am Rothenbaum, sowie der „bet-at-home.com“, Hauptsponsoren des Turniers.

Fognini war glücklich: „Ich war am Anfang nervös, weil ich wusste wie gut Federico die Woche gespielt hat. In der einen oder anderen Phase hatte ich auch Glück. Umso schöner ist es, dieses große Turnier gewonnen zu haben. Wir sehen uns nächstes Jahr.“

Vor dem Einzelfinale wurde an diesem Sonntag auch die Doppelkonkurrenz entschieden. Bereits beim Doppel-Match waren mehrere tausend Zuschauer anwesend. Vor dieser beeindruckenden Kulisse setzten sich die Underdogs aus Polen durch. Das Duo Mariusz Fyrstenberg/Marcin Matkowski gewann gegen die an Platz zwei gesetzten Partner Alexander Peya (Österreich) und Bruno Soares (Brasilien). Auch hier kam es zum dritten Satz, der nach Doppelregeln im sogenannten „Match-Tiebreak“ ausgetragen wurde. Hierbei wird nicht nach dem normalen Punktesystem, sondern bis Zehn gespielt. Gewonnen wird mit zwei Punkten Vorsprung. So stand es am Ende 3:6; 6:1; 10:8 zu Gunsten der polnischen Außenseiter.

Als die Pokale überreicht wurden, zollten sich beide Doppelteams Respekt für das aufregende Match.

Als Resümee zu dieser Woche Tennis am Rothenbaum lässt sich sagen, dass Michael Stich mit seinen Partnern ein tolles Turnier auf die Beine gestellt hat. Sicher hat auch das Sommerwetter eine Rolle gespielt, aber ein Plus an 20.000 Besuchern im Vergleich zum Vorjahr ist doch ordentlich. Auch ohne die beiden Publikumslieblinge Tommy Haas und Roger Federer im Finale waren die Hamburger Zuschauer treu und das Stadion gefüllt. Der Hauptsponsor „bet-at-home.com“ hat angekündigt, die Zusammenarbeit mit dem Turnier um zwei Jahre zu verlängern. Generell ist der Fortbestand der Veranstaltung unter dem ATP-500er-Status bis 2018 gesichert. Und so kann sich das Tor zur Welt auch die nächsten Jahre auf Spitzentennis freuen.