Porgy and Bess – Gershwins Meisterwerk feiert Hamburg-Premiere

18. August 2016 13:58 Beate Eckert-Kraft Aktuelles,Event-Klassiker,Musical,Musik,Show,Theater,Veranstaltungen , ,

Songs wie Summertime, I Got Plenty O’ Nuttin’ oder It Ain’t Necessarily So sind bekannte Standards, die insbesondere von Jazz-Größen Ella Fitzgerald oder Billie Holiday wie gecovert wurden. Die Oper Porgy and Bess ist, obwohl sie selten zur Aufführung kommt, zu den schillerndsten Werken der amerikanischen Musikgeschichte. Das Meisterwerk Gershwins gastiert derzeit in Deutschland und ist seit gestern in der Hamburgischen Staatsoper zu sehen.


porgy-and-bess-foto-18-credit-luciano-romanoMit der gefeierten Hamburg-Premiere bringt das  die Geschichte über Verführbarkeit und Leidenschaft von Edwin DuBose Heyward jetzt bis zum 28. August auf die Bühne.

Die Geschichte von dem gutmütigen Porgy und der verführerischen aber auch leicht verführbaren Bess spielt in der Catfish Row, einem ärmlichen Teil Charlestons mit afroameikanischer Bevölkerung.

Nachdem der häufig betrunkene Crown (Darren K. Stokes) auf offener Straße einen Mitbewohner erschlägt und flieht, sucht die von ihm abhängige Bess (Morenike Fadayoni) von dem Bettler Porgy (Kevin Short) Unterschlupf. Zwischen dem ungleichen Paar entwickelt sich eine Liebesgeschichte. Porgy ist wunschlos glücklich (I Got Plenty O’ Nuttin’), da er zuvor immer allein gelebt hat und jetzt eine Frau an seiner Seite wähnt (Bess, You Is My Woman Now).

porgy-and-bess-foto-09-credit-luciano-romanoAuch Bess beteuert ihre Liebe und widersteht sogar zunächst dem leichtlebigen Drogenhändler Sportin’ Life (Jermaine Smith) der ihr Kokain verkaufen und sie mit nach New York nehmen möchte. Erfrischend rau ist hier die Rolle der Maria (Marjorie Wharton), die zwielichtigen Sportin’ Life vom Hof jagt.

 

porgy-and-bess-foto-12-credit-luciano-romanoAls Bess bei einem Picknick auf der Kittiwah-Insel Crown wieder trifft, der sich dort versteckt hält, schafft sie es nicht, ihm zu widerstehen und lässt sie sich erneut verführen.

Krank und geschwächt kehrt sie nach einer Woche in die Catfish Row zurück, wo sie Serena (Mari-Yan Pringle) gesund pflegt. Als Crown mehrmals wieder in der Catfish Row auftaucht, um Bess zu sich zu holen, wird er von Porgy getötet.

porgy-and-bess-foto-21-credit-roberto-ricciBess erliegt jetzt doch dem Werben von Sportin’ Life und geht mit ihm nach New York. Während Porgy in der ursprünglichen Geschichte Heywards aufgibt, macht er sich in der Oper Gershwins auf, um Bess zurückzuholen.

Morenike Fadayoni glänzt in der Rolle der wankelmütigen Bess und Jermaine Smith gibt den Charakter des nach außen hin charmanten aber auch intriganten Drogenhändlers Sportin’ Life perfekt wieder.

Das im Jahr 1935 am Broadway uraufgeführte Werk wird vom New York Harlem Theatre perfekt umgesetzt. Neben großen Stimmen gibt strahlt das Ensemble in Tanz- oder Chorszenen große Leichtigkeit aus und entführt den Besucher zwei Stunden lang in die Atmosphäre der Südstaaten der 1920er Jahre.

porgy-and-bess-foto-03-credit-luciano-romanoDie eigenartige musikalische Mischung zwischen Operngesang und Jazz- Blues und Swing-Klängen macht das Werk zu einem stilprägenden Meilenstein amerikanischer Musikgeschichte. Die Nachkommen haben verfügt, dass die Oper ausschließlich mit rein afroamerikanischen Ensembles umgesetzt werden darf. Wenn man die Aufführung gesehen und die auf das Publikum übergegangene Begeisterung gespürt hat, weiß man warum.

Fotos: © Luciano Romano