Hamburg Towers mit Sensationssieg gegen Lokomotiv Krasnodar

15. Dezember 2021 23:55 Beate Eckert-Kraft Basketball,Event-Klassiker ,

Hamburg Towers vs Krasnodar

„Türme“ feiern gegen europäisches Spitzenteam zweiten Sieg im Eurocup

Die Hamburg Towers haben ihr zweites Spiel im 7DAYS EuroCup gewonnen . Vor 1178 Zuschauern im Wilhelmsburger InselPark schlug das Team von Head Coach Pedro Calles nach einer Glanzleistung vor allem in der zweiten Halbzeit den Tabellenführer Lokomotiv Kuban Krasnodar mit 100:82 (70:60 41:50 23:28). Im dritten Viertel legten die Hamburger einen 18:0 Lauf hin und gaben den Vorsprung bis zum Ende des Spiels nicht mehr aus der Hand. Die Zuschauer begleiteten den ersten Heimsieg auf internationalem Parkett schon während der Partie mit Standing Ovations.

„Es ist nicht einfach gegen ein so starkes, talentiertes Team anzutreten und zu gewinnen. Ich muss meinen Spielern danken, sie haben heute eine sehr gute Balance zwischen Defensive und Offensive gefunden“, freut sich Pedro Calles nach dem Spiel. Der EuroCup-Champion von 2013 war mit großem Selbstvertrauen und mit den beiden besten Scorern in Wettbewerb, Errick McCollum und Jonathan Motley (24,7 PpS), angereist. Gerade hatte das Team von Evgeny Pashutin mit einem Last-Second-Sieg gegen Trento die Tabellenführung in der EuroCup-Gruppe A die Tabellenspitze verteidigt. Das Team aus dem südlichen Russland macht sich zurecht Hoffnung aus den Titel und musste bislang nur eine Niederlage einstecken.

Hamburg Towers fangen sich nach nervösem Start

Nach zwei Niederlagen in Folge begannen die Hamburg Towers etwas nervös und lagen nach vier Minuten bereits mit 4:14 hinten. Vor allem Jonathan Motley war nicht in den Griff zu bekommen. Eine Auszeit von Pedro Calles zeigte Wirkung. Sein Team bringt nun mehr Ruhe ins Spiel und spielt die Angriffe konsequenter aus. Auch die Abschlussschwäche aus den letzten beiden Spielen bekommen die Hamburger besser in den Griff. Mit Jaylon Brown (21 Punkte, 5/7 Dreier), Caleb Homesley (20 Punkte, 5/10 Dreier), sowie Ray McCallum und Maik Kotsar (Je 18 Punkte) haben gleich vier Spieler hohe Ouoten. Auch der Gegner zeigt seine Qualitäten. So erzielt Motley 16 seiner 19 Punkte in der ersten Spielhälfte. Während die Hamburger seine Kreise im Verlauf der zweiten Hälfte eingrenzen können, wird Errick Mc Collum mit 27 Punkten Top-Scorer. Nach 13 Minuten erzielt Justus Hollatz mit dem 28:27 die erste Führung nach dem 2:0. Jetzt ist die Begegnung auf Augenhöhe. Krasnodar zieht aber kurz vor dem Seitenwechsel noch einmal auf 9 Punkte davon.

Nur 10 Punkte für Kranodar im 3. Viertel

Nach der Pause zeigt sich die Defensive der Hamburger sehr konsequent. „Wir haben sehr hart gespielt und waren in der Verteidigung wirklich sehr lästig – das war die Hamburg Towers Defense. Letztendlich hat uns diese zum Sieg geführt“, sagt Ray McCallum, der mit seiner Erfahrung viel Ruhe ins Spiel bringt. Im gesamten dritten Viertel erzielen die sonst so treffsicheren Russen nur 10 Punkte. Mit einem 18:0 Lauf innerhalb von vier Minuten ziehen die Hamburger auf 64:55 davon. Bis zum Ende des Drittels bauen sie den Vorsprung sogar auf 10 Punkte aus und werden mit Standing Ovations von den Zuschauern in die kurze Pause begleitet.

Hamburg Towers bringen Sieg souverän über die Bühne

Greg Whittington holt sich gleich zu Beginn des Schlussviertels das vierte Foul. Auch Motley ist schnell mit vier Fouls vorbelastet. Eddy Edigin, der wie Maik Kotsar sieben Rebounds holt, muss mit 5 Fouls vorzeitig auf der Bank Platz nehmen. Die Hamburg Towers strahlen nun großes Selbstvertrauen aus und bauen den Vorsprung im Schlussviertel sogar noch aus. Caleb Homesley fasst den Spielverlauf treffend zusammen: „Für mich sticht unsere Defensive im dritten Viertel heraus. Wir haben viel Druck gemacht, Kuban kam so nur auf zehn Punkte. Direkt nach der Halbzeit ist uns ein Lauf gelungen, das war für mich der Game-Changer. Wir reden immer wieder über unsere Verteidigung. Und ich denke, das dritte Viertel hat gezeigt, worüber wir reden und wo wir mit unserer Verteidigung hinwollen.“

Viel Zeit zum Feiern bleibt nicht. Bereits am Sonnabend, dem 18. Dezember müssen die Hamburger in der Basketball Bundesliga nach Würzburg reisen. Die Süddeutschen haben sich am Montag von ihrem langjährigen Head Coach Denis Wucherer getrennt. Nach einer knappen Niederlage gegen Braunschweig waren sie auf den letzten Tabellenplatz gerutscht. Im gleichen Zug hatte Hauptsponsor s.Oliver bekanntgegeben, sein Engagement nach 12 Jahren zu beenden. Voraussichtlich steht zunächst Assistant Coach Steven Key an der Seitenlinie.

Fotos: © Beate Eckert-Kraft – www.imajix.de