Start von Bohrungen für Erdwärme in Wilhelmsburg

27. Januar 2022 17:12 contrast media Aktuelles,Harburg,Wissenschaft , , , ,

Geothermie Bohrer in Hamburg-Wilhelmsburg

Geothermie-Anlage soll 5000 Haushalte mit Wärme versorgen

Mit dem Beginn der Bohrungen zur Förderung von Erdwärme in Wilhelmsburg hat Hamburg heute den Startschuss für die Errichtung einer ersten Geothermie-Anlage gesetzt. Gemeinsam mit den Geschäftsführern der Hamburger Energiewerke Michael Prinz und Ingo Hannemann von Hamburg Wasser hat Michael Pollmann, Staatsrat für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft die ersten Bohrungen in Gang gesetzt. Bis 2024 soll die Anlage stehen und 5000 Wohnungen in Wilhelmsburg mit Erdwärme versorgen.

Dazu muss die Anlage aus 3500 Metern Tiefe 120 Grad heißes Thermalwasser aus dem Boden fördern. Ein Wärmetauscher entzieht die Energie und speist sie in das dezentrale Wärmenetz in Wilhelmsburg ein. Das abgekühlte Wasser wird wieder in die thermalwasserführende Schicht in den Untergrund geleitet. Auf diese Weise entsteht ein Kreislauf mit einer nahezu CO₂-freien Wärmeversorgung. Die Anlage ist Teil des Reallabors Integrierte WärmeWende Wilhelmsburg IW3, das das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz BMWK mit insgesamt rund 22,5 Millionen Euro fördert.

Die Einbindung sektorenübergreifender Technologien wie Wärmepumpen, Power-to-Heat-Anlagen soll gemeinsam mit bereits vorhandenen Wärmeerzeugern wie Solarthermie perspektivisch eine eine CO2-neutrale Versorgung ermöglichen. Zudem ist die Errichtung eines saisonalen Aquiferspeichers geplant, der die erzeugte Energie speichert. So können Wärmeüberschüsse aus den Sommermonaten im Winter abgerufen und genutzt werden.

„Wir haben viele Jahre auf den Start der Bohrungen hingearbeitet, und ich freue mich, dass wir diesen wichtigen Meilenstein nun vollzogen haben. Wir liefern hier ein wegweisendes Konzept zur Dekarbonisierung der Wärmeversorgung. Ziel unseres Projektes ist es, zunächst in Wilhelmsburg zu einer umweltfreundlichen und nachhaltigen Wärmeversorgung beizutragen und darüber hinaus als Blaupause zu dienen, die auch von weiteren Städten und Gemeinden in Norddeutschland für die eigene Wärmewende umgesetzt werden kann“, sagt Michael Prinz, Geschäftsführer der Hamburger Energiewerke GmbH.

Foto und Video: © Beate Eckert-Kraft – www.imajix.de