Souveränität der Europäischen Union im Fokus des Matthiae-Mahl 2026

Bundeskanzlerin a.D. Angela Merkel zum dritten Mal Ehrengast
Das Matthiae-Mahl ist seit 670 Jahren in der Geschichte Hamburgs verankert. Der Ursprung der Tradition geht auf das Jahr 1356 zurück. In der Blütezeit der Hanse war Matthiae-Tag am 24. Februar der Beginn des neuen Geschäftsjahres Hamburger Kaufleute. Um Kontakte zu pflegen und Beziehungen neue Kontakte aufbauen zu können, lud die Hansestadt mögliche Partner zu einem Mahl in die Hansestadt ein. Der Gedanke, Kaufleute mit gemeinsamen Gremien und einvernehmlichen Regeln sowie einer akzeptierten Gerichtsbarkeit in Bündnissen zu zu binden sollte zu Sicherheit, Frieden und Freiheit beitragen. Ein Gedanke, der heute so aktuell ist, wie zur Zeit der Gründung. Daher stand die Souveränität der Europäischen Union beim gestrigen Matthiae-Mahl als zentrales Thema im Raum. Dabei begrüßte Hamburgs Erster Bürgermeister Dr. Peter Tschentscher im Hamburger Rathaus als Ehrengäste den Präsident des Europäischen Rates António Costa und die ehemalige Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel, die zum dritten Mal Gast beim Mahl war.
Vorbereitungen zum Matthiae Mahl liefen auf Hochtouren



16 Polizeischülerinnen und Polizeischüler empfingen die Gäste in alten Gala-Uniformen an der Rathaustreppe. Als Menü stand gebackenes Beef-Medaillon mit Brombeer-Jus auf dem Programm Dazu gab es gebackene Jakobsmuschel, cremigen Blumenkohl sowie Trüffel und Kartoffel-Rösti. Als vegane Alternative stand ein veganes Mini-Omlette mit gegrillter Zuccini-Pappardelle zur Wahl. 20 Köchinnen und Köche richteten die Speisen an und zwei Personen benötigten eine Arbeitswoche zum Polieren des Tafelsilbers für die 142 Meter lange Festtafel. Vor und während des Menüs spielte das Jewish Chamber Orchestra Hamburg Werke von Ludwig van Beethoven, Georg Philipp Telemann, Johann Sebastian Bach, Wolfgang Amadeus Mozart, AntonioVivaldi, Gustav Mahler und anderen.
Die Souveränität der Europäischen Union in der geopolitischen Zeitenwende



Nachdem sich die Ehrengäste ins Goldene Buch der Stadt eingetragen haben begrüßte Bürgermeister Peter Tschentscher in seiner Rede die Gäste. Dabei hob er die Souveränität der Europäischen Union in der geopolitischen Zeitenwende hervor: „Ihre Bedeutung wird umso größer, je offensiver und unfreundlicher die großen Mächte der Welt – China, Russland und die USA – ihre eigenen Interessen in den Vordergrund stellen.“ Dann fand fand an der großen Tafel das Essen statt. Anschließend hielten die Ehrengäste ihre Reden.
Entsprechend nahmen die Ehrengäste zu den Themen Stellung. Antonio Costa, der seit Dezember 2024 Chef des Europäischen Rates ist, wies darauf hin, dass das Völkerrecht die Basis für den Weltfrieden ist. Dabei beschwor er die regelbasierte Weltordnung und wies darauf hin, dass die Alternative zu diesen Regeln ist Chaos und Gewalt seien. „Wir könnten Verstöße gegen das Völkerrecht nicht akzeptieren, so Costa. Weder in der Ukraine, in Grönland, Südamerika, Afrika oder Gaza“, so Costa.
Die ehemalige Bundeskanzlerin Angela Merkel war schon während ihrer Amtszeit überzeugte Europa-Politikerin. Während die USA unter Donald Trump internationale Organisationen wie die Vereinten Nationen schwächen und infrage stellen, müsse Europa sein Schicksal in die eigene Hand nehmen und Werte schützen. Mit den aktuellen protektionistischen Bestrebungen werde „die bisherige Ordnung der Kooperation durch eine Ordnung ersetzt, in der immer mehr das Recht der Stärkeren statt der Stärke des Rechts gilt.“
Der Bürgermeiste fügte hinzu, dass sich die „Freie und Hansestadt Hamburg durch ihre Geschichte und Lage als Welthafenstadt gegenüber Deutschland und Europa in einer besonderen Verantwortung“ sehe. So stehe es in der Präambel der Hamburgischen Verfassung. Daher sehe sich die Hansestadt „im Geiste des Friedens als Mittlerin zwischen allen Erdteilen und Völkern der Welt“ und sei „bereit, seine Kompetenzen und Stärken einzubringen“.
Fotos: © Beate Eckert-Kraft – www.imajix.de
