U-Bahn-Strecken U2 und U4 im 100-Sekunden-Takt

10. November 2022 22:38 contrast media Aktuelles,Umwelt , ,

Hochbahn Hamburg

Halbautomatische Züge mit der neuen Technologie „Moving Block“

Auf der Strecke Horner Rennbahn bis in die Innenstadt ist mit 90.000 Fahrgästen eine der fahrgasttärksten U-Bahn-Strecken in Hamburg. Die HOCHBAHN Hamburg plant, im Zuge des Projekts U-Bahn100 die Kapazitäten im Hamburger Osten in Zukunft um 50 Prozent auszubauen. Dabei soll schrittweise bis Ende 2026 durch eine Teilautomatisierung der Züge ein 100-Sekunden-Takt auf der gemeinsamen Strecke der U2 und U4 möglich sein. Bisher können die U-Bahnen im Takt von 2,5 Minuten fahren. Für die Teilautomatisierung nutzt die HOCHBAHN die in Deutschland neue Technologie „Moving Block“

Fahrer für Fahrgastwechsel und Notfälle an Bord

Dabei sind weiterhin Fahrer an Bord, die für den Fahrgastwechsel und für den Eingriff in Notsituationen zuständig sind. Für die eine Einhaltung des Abstands während der Fahrt sind die Züge per Funk verbunden. Sobald ein Zug unplanmäßig stoppt, wird die Verzögerung auf die nachkommenden Züge übertragen. Die neue Technologie soll auf den U-Bahn-Linien U2 (Mümmelmannsberg bis Christuskirche) und auf der kompletten Strecke der U4 einschließlich der ausgebauten Strecke bis Horner Geest zum Einsatz kommen. Dazu müssen sowohl die Bahnen als auch alle sechs Stellwerke auf der Strecke digital ausgestattet werden. Die Digitalisierung schafft die wesentliche Voraussetzung für eine deutlich höhere Beförderungskapazität und ein zu den Zielen des Hamburg-Taktes passendes Angebot.

DT5 und DT6 mit digitaler Technologie ausgestattet

Die Anforderungen für die Züge sind bereits in der Ausschreibung für den neuen DT6 enthalten. Der DT5 soll entsprechend umgebaut werden. Der Einbau der neuen Technologie in den DT4 wäre nicht wirtschaftlich. Die Fahrzeige werden ab 2025 durch den DT6 ersetzt. Die im Rahmen der Projektumsetzung gemachten Erfahrungen sollen auch für die neue, vollautomatisierte Linie U5 zum Tragen kommen: „Mit dem Projekt heben wir die erste Bestandsstrecke auf ein neues Niveau, das hinsichtlich Taktung, Leistungsangebot und Komfort der vollautomatischen U5 sehr nahe kommt. Das ist das Ziel, das wir langfristig im gesamten U-Bahn-Netz erreichen wollen“, sagt Henrik Falk, der Vorstandsvorsitzende der HOCHBAHN.

Schrittweise Einführung des Moving Block ab Ende 2026

Testfahrten sind bereits für das Frühjahr 2023 auf der Teststrecke zwischen Farmsen und Berne vorgesehen. Ab Ende 2026 soll die Technik auf den Strecken Elbbrücken bis Jungfernstieg und Christuskirche bis Horner Geest schrittweise eingeführt werden. Bis Ende 2029 soll die Strecke Horner Rennbahn bis Mümmelmannsberg hinzukommen.

Foto: © Beate Eckert-Kraft – www.imajix.de