Alexander Zverev gewinnt Roland Garros
Zverev besiegt Cobolli im dramatischen 5-Satz-Krimi
Im vierten Anlauf ist es vollbracht. Alexander Zverev hat sich einen großen Traum erfüllt und mit Roland Garros sein erstes Grand Slam Finale gewonnen. In einem dramatischen Fünf-Satz-Krimi schlug der 29-jährige Hamburger Flavio Cobolli mit 6:1 4:6 6:4 6:7 6:1. Damit ist er der erste deutsche männliche Gewinner der French Open. Vor ihm hatte lediglich Boris Becker Titel in einem Best-of-Five-Match gewinnen können. Zverev selbst musste sich bisher in drei Finals geschlagen geben. Nach dem Spiel konnte er seinen Erfolg gar nicht fassen.
Ein überglücklicher Alexander Zverev: „Dieser Court bedeutet mir so viel: Ich hatte die besten Momente meines Lebens auf diesem Court und auch die schlimmsten. Da in der Ecke lag ich, als ich mich gegen Rafa verletzt habe.“
Drei Anläufe zum großen Traum
Nachdem er 2025 bei den Australien Open Jannik Sinner glatt in drei Sätzen unterlag, hatte er gegen Cobolli eine große Chance. Sinner war bereits in der 2. Runde wegen großer Probleme mit der Hitze gescheitert. Sein zweiter großer Kontrahent, Carlos Alcaraz, pausiert derzeit wegen einer Verletzung am Handgelenk. Gegen ihn unterlag Zverev 2024 bei den French Open nachdem er mit 2:1 Sätzen geführt hatte. Der dritte Finalgegner saß auf der Tribüne und schaute sich zusammen mit seinem Bruder das Spektakel an. Der Österreicher Dominic Thiem machte 2020 bei den US Open seinen Traum zunichte und besiegte Zverev nach einen Zwei-Satz-Führung.
Zverevs Come Back nach schwerer Verletzung
„Sascha“ Zverev hatte in den vergangenen sechs Jahren fünfmal das Halbfinale der French Open erreicht. 2022 verletzte sich der damals 25-Jährige schwer. Im Halbfinale gegen Rafael Nadal knickte er um und riss sich sieben Bänder und hatte Knochenabsplitterungen. Ein Weg zurück auf den Tenniscourt war ungewiss. Ausgerechnet in seiner Heimatstadt Hamburg gewann er gut ein Jahr später das Traditionsturnier am Rothenbaum gegen Laslo Djere. In der Folge kämpfte Zverev mit dem „Makel“, noch nie ein Grand Slam Turnier gewonnen zu haben. Dabei gewann er 2021 Gold bei Olympia in Tokyo, und war 2018 und 2021 bei den ATP Finals als Sieger hervorgegangen. Zudem hatte er zahlreiche 1000er Turniere gewonnen.
Erleichterung nach 4 Stunden und 16 Minuten
Nun lastete großer Druck auf ihm, da seine Hauptrivalen nicht mehr im Turnier waren. Alexander Zverev lie0 sich nicht beeindrucken und blieb das gesamte Turnier über bei sich. Mit einer offensiveren Spielweise hatte er zu Beginn des Jahres seinen Spielstil geändert und ließ ebenso wie sein Finalgegner nur zwei Sätze liegen. Gegen Flavio Cobolli galt er als der große Favorit, aber der Weltranglisten-Vierzehnte machte ihm das Leben auf dem Platz nicht leicht. Nach einem nervösen Start kämpfte sich der Italiener mit mutigen Ballwechseln in die Partie und gewann den 2. Satz. Zverev kam zurück und holte sich den dritten. Im vierten Satz kämpften beide mit körperlichen Problemen. Das kam dem Deutschen aber zugute, da er nun auf kurze Ballwechsel bedacht war und wieder selber mehr die Initiative ergriff. Dennoch gab er den 4. Satz im Tie Break ab. Im letzten Satz holte er sich gleich zwei Breaks und ließ am Ende nichts mehr anbrennen.
Foto: © Beate Eckert-Kraft – www.imajix.de
