Hamburg bekommt eine neue Köhlbrandbrücke

10. Juni 2026 17:39 contrast media Aktuelles,Architektur,Sehenswürdigkeiten,Wilhelmsburg,Wirtschaft , , , , ,

Siegerentwurf Neue Köhlbrandbrücke

Wirtschaftsbehörde präsentiert Siegerentwurf

Die Köhlbrandbrücke gehört mit ihrer ikonischen Bauweise und den markanten Pylonen, die 135 Meter in die Luft ragen zu den Blickfängen in Hamburgs Skyline. Seit der Eröffnung am 20. September 1974 bildet sie zudem als Streckenabschnitt der A7 eine die Hauptverkehrsachse im Hamburger Hafen. Täglich rollen rund 37.000 Fahrzeuge über die 3618 Meter lange Brücke. Da sie den Anforderungen des heutigen Schiffs- und Autoverkehrs nicht mehr gerecht wird soll nun eine neue Brücke über den Köhlbrand gebaut werden. Nun hat die Wirtschaftsbehörde den Siegerentwurf präsentiert. Die Eröffnung für den Verkehr ist für 2040 geplant. Interessierte können den Entwurf auf der Ausstellungsfläche im Hamburger Rathaus sehen.

Lange Zeit wurde diskutiert, ob die in die Jahre gekommene Brücke durch einen Tunnel ersetzt werden soll. Mit 53 Metern Durchfahrthöhe war sie zu klein geworden für die immer größeren Schiffe im heutigen Asienverkehr. Zudem hat sich die Achslast der LKW seit der Fertigstellung verdreifacht. Im April 2024 hat der Hamburger Senat entschieden, eine neue höhere Brücke zu bauen. Nach zwei Ausscheidungsrunden hat ein 21-köpfiges Gremium sich für den Entwurf der Arbeitsgemeinschaft aus den Büros sbp, Grassl und WTM Engineers sowie gmp und PPL entschieden.

73,5 Meter Durchfahrtshöhe

Der Siegerentwurf knüpft an die bisherige Bauweise an. Wie die alte Brücke soll die neue zwei Pylonen mit Schrägseilen erhalten. Mit rund 4 Kilometern Länge ist sie aber 500 Meter länger als die alte. Das ist auch wegen der mit 73,5 Metern 20 Meter höheren Durchfahrtshöhe nötig. Die Streckenführung soll neben der bestehenden Brücke verlaufen, die genaue Route wird aber noch geprüft. Sie ist mit ihrer schwungvollen, filigranen Bauweise aber moderner ausgelegt. Das betrifft auch den reduzierten und effizienteren Einsatz CO₂-intensiver Materialien. Die alte Brücke soll bis zur Fertigstellung als Verkehrsader erhalten bleiben und wird erst nach der Eröffnung zurück gebaut. Bis dahin wird sie ständig gewartet. Die Kosten sollen zwischen 4,4 und 5,3 Milliarden Euro betragen.

Die Planung ist bis 2030 ausgelegt. Nach dem Planfeststellungsverfahren kann der Bau beginnen. Je nachdem, wie die vorherigen Phasen laufen, kann sich die Bauzeit auch verkürzen. Dafür arbeiten die an der Realisierung des Projekts beteiligten Parteien , die Stadt Hamburg, die Hamburg Port Authority und die ReGe Hamburg eng zusammen. Die Lebensdauer der neuen Brücke ist auf 100 Jahre angelegt. Mit modernen Analysemöglichkeiten ist es den Betreibern möglich, schneller Schäden zu entdecken und die Brücke so kostengünstiger zu erhalten.

Oberbaudirektor Franz-Josef Höing hebt den Wert der Brücke als neues Wahrzeichen hervor: „Der Entwurf überzeugt durch seine klare und elegante Form und eine konsequent durchdachte Konstruktion. Er nimmt die ikonische Gestalt der bestehenden Brücke auf und entwickelt sie sensibel weiter. So entsteht ein Bauwerk, das sich gleichermaßen funktional wie städtebaulich überzeugend in das Hafenbild einfügt.“

Visualisierung: © Arbeitsgemeinschaft aus sbp, Grassl und WTM Engineers sowie gmp und PPL

Fotos: © Beate Eckert-Kraft – www.imajix.de

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