Simulation eines extremen Regenereignisses in Hamburg

14. Juli 2022 09:41 contrast media Aktuelles,Hafen,Umwelt,Wissenschaft , , , ,

Hochwasser am Fischmarkt Hamburg

Hochwasserschutz und Starkregenvorsorge bleiben eine gesamtgesellschaftliche Daueraufgabe

In der Nacht auf den 14. Juli 2021 ereignete sich im Jahr 2021 eine Tragödie. Nach tagelangen Regenfällen wurden weite Bereiche in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz überflutet. Mehr als 180 Menschen starben bei der Hochwasserkatastrophe. Besonders das Ahrtal war mit 131 Todesopfern betroffen. Am Jahrestag gedenkt ganz Deutschland der Opfer in den betroffenen Regionen. Da auch Hamburg infolge des Klimawandels in den vergangenen zehn Jahren 180 Starkregenereignisse verzeichnete, hat der Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer (LSBG) in Abstimmung mit der Umweltbehörde eine modellbasierte Hochwassersimulation durchgeführt.

Den Ergebnisse der Simulation sollen Aufschlüsse zu den Auswirkungen seltener Hochwasserereignisse in Hamburg geben. Dabei wurden Niederschlagsdaten des extremen Regenereignisses vom Juli 2021 im Ahrtal anhand von Computermodellen beispielhaft auf die Hamburger Gewässer Alster, Kollau und Wellingsbüttler Grenzgraben übertragen. Trotz der unterschiedlichen Rahmenbedingungen stützen die gewonnenen Daten die grundsätzlichen Aussagen des Hochwasserrisikomanagements. Grundsätzlich können die Regenmengen des Starkregenereignisses aus dem Ahrtal an jedem Ort in Deutschland auftreten, so auch in Hamburg. Aufgrund der starken lokalen Eingrenzung können allerdings keine detaillierten Vorhersagen getroffen werden, wo und wann der Niederschlag genau eintreten könnte.

Transformationspfad Klimaanpassung zur Starkregenvorsorge

Die Gefahren- und Risikokarten aus dem Jahr 2019 geben Aufschluss über gefährdete Gebiete. Bereits seit dem Jahr 2015 stellt die Hansestadt Karten der Überschwemmungsgebiete zur Verfügung. Die Ergebnisse zeigen aber auch, dass der Hochwasserschutz und Starkregenvorsorge eine gesamtgesellschaftliche Daueraufgabe bleiben. So erarbeitet ein institutionsübergreifendes Kernteam aus Vertretern der Umweltbehörde und Hamburg Wasser mit dem Hamburger Klimaplan und dem Transformationspfad Klimaanpassung Maßnahmen zur Starkregenvorsorge. Der Landesbetrieb Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer LSBG hat einen Warndienst eingerichtet, der über mögliche Hochwassergefahren in Folge von Niederschlägen an den wichtigsten Hamburger Binnengewässern informiert. Mit der Starkregenhinweiskarte stellt die Stadt eine Planungshilfe über möglicher Gefährdungen, die sich bei Starkregen durch oberflächliche Fließwege und Senken ergeben können zur Verfügung.

Foto: © Beate Eckert-Kraft – www.imajix.de