Teilsanierung des historischen Hauses der Patriotischen Gesellschaft
Denkmalgerechte Instandsetzung der Nord-West-Fassade
Die Patriotische Gesellschaft von 1765 e. V. ist die älteste zivilgesellschaftlich-demokratische Initiative im deutschen Sprachraum. Nach dem damaligen Verständnis galt ganz nach dem Geist der Aufklärung der Begriff „Patriotismus“ dem Wohle der Gemeinnützigkeit. Im 19. Jahrhundert entwickelte sich die Gesellschaft zum Motor für soziale Innovationen und trat für Bildung für alle ein. Das 1847 erbaute Haus der Patriotischen Gesellschaft an der Trostbrücke gehört zu den bedeutendsten Baudenkmälern der Stadt. Der Architekt Theodor Bülau hatte den neugotischen Backsteinbau entworfen. Die Grundsteinlegung erfolgte auf dem Gelände des bei dem großen Brand von 1842 zerstörten Hamburger Rathauses. Um langfristig die Substanz der durch Erosion beschädigten Nord-West-Fassade zu gewährleisten beginnt nun die denkmalgerechte Instandsetzung.
619.000 Euro für Instandsetzung des Hauses der Patriotischen Gesellschaft



Die Kosten für die Sanierung betragen 619.000 Euro und werden durch erfolgreiche Einwerbung von Fördermitteln, Mittel der Patriotischen Gesellschaft und aus Mitteln des Quartiersfonds der Stadt getragen. Zuständig für die Umsetzung ist das mit denkmalgerechter Sanierung vertraute Architektenbüro GSPart. Nach dem Wassereinbruch im Dachgeschoss waren auch Mängel an der Nord-West-Fassade sichtbar geworden. So hatte Schlagregen teilweise die Fugen ausgehöhlt. Das hatte dazu geführt, dass es im Frost des letzten Winters zu Schäden an den Fenstergewänden und Abbrüchen des Klinkers kam. Eine energetische Sanierung betrifft nur das oberste Geschoss. Bereits im Jahr 2025 wurden Notmaßnahmen durchgeführt, um das Eindringen von Feuchtigkeit zu reduzieren. Die provisorischen Maßnahmen werden nun nachhaltig durchgeführt.
Nikolai-Viertel als Wiege des Hamburger Hafens
Der mitten im Nikolai Viertel liegende Ort hat eine lange Geschichte. Rund 500 Jahre war hier das politische Machtzentrum der Stadt. Hier war bis 1842 der Sitz der Hamburger Bürgerschaft und des alten Rathauses. Das anliegende Nikolaifleet gilt heute als Wiege des Hamburger Hafens. 1188 entstanden hier unter Graf Adolf III. zu Schauenburg die ersten Hafenanlagen und der Bau einer neuen Marktsiedlung. Das damals als Neustadt titulierte Gebiet gehört heute zur Altstadt. Mit der am benachbarten Hopfenmarkt 1195 errichteten St. Nikolai-Kirche bekam eine erste Kapelle. Sie war nach dem Schutzpatron der Seefahrer, dem Heiligen St. Nikolai benannt und wurde zur wichtigsten Seefahrerkirche der Stadt. Das bis 1874 bis 1876 höchste Gebäude der Welt wurde im Sommer 1943 bei der Operation Gomorrha zerstört und ist heute Mahnmal für die Schrecken des Krieges.



Der große Brand 1842
Der große Brand von 1842 vernichtete mehr als ein Viertel des damaligen Stadtgebietes. Als Folge veränderte sich das Gesicht der Stadt vollends. Die damals mittelalterlich engen Gassen mit Fachwerkbauten waren für das durch lange Trockenheit ausgelöste Feuer wie ein Brandbeschleuniger. Heute ist das Nikolai Quartier geprägt durch einen Mix aus alten und modernen Bauten.
Hamburger Rathaus – Renaissance-Koloss auf 4000 Eichenpfählen
Nach elf Jahren Bauzeit eröffnete die Stadt auf dem heutigen Rathausmarkt im Oktober 1897 das neue Rathaus. Die Planung hatte nach der Sprengung des durch den Brand zerstörten Alten Rathauses 40 Jahre gedauert, da die Stadt die wenigen finanziellen Mittel für den Aufbau der Infrastruktur wie Wohnungen, Fleete und Kanalisation genutzt hatte und nicht für den im Stile der Renaissance erstellten Prachtbau. Zudem startete die Stadt fünf Architekten-Wettbewerbe, bevor es eine Zustimmung gab. Wegen des schlammigen Untergrundes ist das auf einer Nutzfläche von fast 44.000 Quadratmetern erbaute Gebäude auf 4.000 massiven Eichenpfählen errichtet.
.Fotos und Video: © Beate Eckert-Kraft – www.imajix.de
